Immer wieder hören wir: „Unsere Führungskräfte kennen doch ihre Mitarbeiter:innen. Wozu dann ein Development- oder ein Assessment Center?“
Damit stellt sich berechtigterweise die Frage nach dem Mehrwert, den eignungsdiagnostische Verfahren erbringen – und zwar für alle Beteiligte: Teilnehmende, Führungskräfte, HR:
1. Weil Führungskräfte nicht alles sehen können.
Führungskräfte erleben Mitarbeitende immer im gleichen Kontext: denselben Aufgaben, denselben Routinen, denselben Rollen. Das ist wertvoll, aber auch begrenzt. Diagnostik zeigt Verhalten dort, wo Führungskräfte eben nicht (immer) hinschauen können: unter Druck, in unbekannten Situationen, in Führungsrollen, die Mitarbeitende (noch) nicht haben. Genau dort zeigt sich Potenzial.
2. Weil Entwicklung nicht zufällig passieren sollte.
Ohne Diagnostik basiert Entwicklung auf subjektiven Eindrücken. Mit Diagnostik wird sie: planbar, messbar, zielgerichtet, strategisch anschlussfähig. Ein Development Center beispielsweise schafft Klarheit darüber:
– Wo stehen Talente heute?
– Welche Kompetenzen fehlen für den nächsten Schritt?
– Welche Maßnahmen wirken wirklich?
Das spart nicht nur Ressourcen, sondern erhöht auch die Wirksamkeit von Entwicklungsprogrammen.
3. Weil interne Auswahl fair und nachvollziehbar sein muss.
Wenn mehrere interne Mitarbeitende um eine Rolle oder einen Programmplatz konkurrieren, geht es um Vertrauen. Diagnostik schafft dieses Vertrauen. Mit einheitlichen Kriterien, gleichen Chancen und datenbasierte Ergebnisse, die Entscheidungen tragen. Und sie schützt Führungskräfte vor dem Verdacht, „nach Sympathie“ zu entscheiden.
Betriebsräte sind Fans davon.
Mitarbeitende schätzen es.
Führungskräfte profitieren davon.
4. Weil Potenzial nicht gleich Performance ist.
Die besten Performer:innen sind nicht automatisch die besten Zukunftsträger:innen. Viele Talente bleiben im Alltag unsichtbar, weil sie:
– vielleicht introvertierter sind
– noch nicht in der „Showtime“-Rolle sind
– in stabilen, vertrauten Aufgaben stecken
– ihr Potenzial nie wirklich zeigen mussten
Systematische Diagnostik macht unsichtbares Potenzial sichtbar.
Sie zeigt, wer morgen führen kann, nicht nur, wer heute zuverlässig liefert.
Interne Diagnostik stellt also kein Misstrauen dar. Sie ist ein Qualitätsversprechen.
Für Entwicklung.
Für Nachfolge.
Für faire Chancen.
Und letztlich: Für eine bessere Organisation.
