In letzter Zeit beschäftigen wir uns im Rahmen eines Kundenprojektes viel mit dem kompetenten Umgang mit unangenehmen Emotionen in der Führung. Ärger, Frustration, Unsicherheit, Sorge oder Überforderung kommen manchmal vor. Eine zentrale Führungskompetenz besteht darin, angemessen damit umzugehen.
Typische dysfunktionale Reaktionsmuster sind:
– Unterdrückung: Gefühle werden verdrängt oder ignoriert
– Impulsivität: Emotionen bestimmen ungefiltert das Handeln
– Vermeidung: Schwierige Gespräche werden aufgeschoben
– Kompensation: Belastungen werden kurzfristig durch Essen, Rauchen oder andere „Betäubungsmittel“ überdeckt
Solche Muster entlasten meist nur kurzfristig. Langfristig erschweren sie einen konstruktiven Umgang mit herausfordernden Situationen.
Ein funktionaler Umgang mit Emotionen umfasst mehrere Kompetenzen:
– Eigene Gefühle wahrnehmen, einordnen und verstehen
– Emotionale Signale erkennen und angemessen darauf eingehen
– Die eigene Reaktion bewusst regulieren und Eskalationen vermeiden
– Auch unangenehme Emotionen angemessen ausdrücken und kommunizieren
Gerade in der Führung sollten unangenehme Emotionen weder unterdrückt noch ignoriert werden. Sie liefern wichtige Informationen und weisen häufig darauf hin, dass ein Bedürfnis oder eine Erwartung verletzt wurde. Wer diese Signale erkennt, kann bewusster handeln, eigene Bewertungen hinterfragen, konstruktive Lösungen entwickeln und deeskalierend kommunizieren.
Eine hilfreiche Reflexionsfrage für Führungskräfte:
Welche wiederkehrenden Situationen triggern mich?
Welche Reaktion möchte ich beim nächsten Mal bewusst wählen?
