KI erstellt Analysen, priorisiert Informationen und entwickelt Handlungsempfehlungen in wenigen Sekunden. Das erhöht die Geschwindigkeit vieler Entscheidungen erheblich.
Mit dieser Entwicklung wächst jedoch auch ein Risiko, das die Forschung als Automation Bias bezeichnet. Gemeint ist die Tendenz, Empfehlungen automatisierter Systeme stärker zu vertrauen als dem eigenen Urteil. Selbst dann, wenn wichtige Kontextinformationen fehlen oder die Empfehlung im konkreten Fall unpassend ist.
Für Führungskräfte gewinnt dieses Phänomen zunehmend an Bedeutung. Eine KI kann Daten auswerten, Zusammenhänge erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen. Was ihr fehlt, sind beispielsweise informelle Dynamiken im Team, kulturelle Besonderheiten, strategische Überlegungen oder Erfahrungen aus vergleichbaren Situationen.
Und genau hier beginnt Führung.
Je leistungsfähiger KI wird, desto wertvoller wird die Fähigkeit, ihre Empfehlungen kritisch einzuordnen und Verantwortung für die eigene Entscheidung zu übernehmen. Vielleicht verändert KI deshalb weniger die Bedeutung von Führung als die Anforderungen an gute Führung.
