Selbst erfahrene Interviewer:innen müssen darauf achten, dass ihre Entscheidungen nicht durch unbewusste Verzerrungen beeinflusst werden. Dazu gehört auch die eigene Urteilsbildung und diese ist anfällig für unbewusste Verzerrungen.
Vielleicht haben Sie von manchen der Effekte schon gehört:
– Halo-Effekt: Ein besonders positives Merkmal überstrahlt die Gesamtbewertung.
– Ähnlichkeitseffekt: Menschen, die uns ähnlich sind, erscheinen uns schneller passend.
– Bestätigungsfehler: Der erste Eindruck steht früh fest, anschließend nehmen wir vor allem Informationen wahr, die ihn bestätigen.
– Kontrasteffekt: Kandidat:innen werden stärker mit der vorherigen Person als mit den Anforderungen der Stelle verglichen.
– Primacy- und Recency-Effekt: Vor allem der erste oder letzte Eindruck bleibt im Gedächtnis.
Uns ist wichtig, solche Effekte zu kennen und ihre Wirkung im Auswahlprozess gezielt zu begrenzen.
Wir empfehlen unseren Kunden deshalb, Anforderungen vorab eindeutig zu definieren, strukturierte Interviews durchzuführen, verhaltensnahe Fragen zu stellen und Beobachtungen zunächst anhand einzelner Kompetenzen zu bewerten, bevor ein Gesamturteil entsteht.
Mehrere Perspektiven können zusätzlich helfen, individuelle Wahrnehmungsverzerrungen sichtbar zu machen.
